Andreas Brühl, Oberstabsfeldwebel der Bundeswehr, war am 23.05. zu Gast im Evangelischen Religionsunterricht der Klassen 8a-d. Sehr lebendig erzählte er von seinem persönlichen Werdegang und der Entscheidung, trotz christlicher Überzeugung, Berufssoldat der Bundeswehr zu werden. Er ist in der Ausbildung von Soldaten im Bereich der Logistik militärischer Einsätze und Fahrzeugtechnik tätig. In seiner Funktion war er schon häufig in Afghanistan und anderen Krisengebieten auf monatelangem Einsatz und musste in dieser Zeit auf sein Privat- und Familienleben verzichten. Obwohl diese Tätigkeit auch das eventuelle Töten von Menschen im Auslandseinsatz miteinschließt, stehen für Herrn Brühl die Humanitäre Hilfeleistung und die Friedensbemühungen durch militärische Präsenz im Vordergrund. Ohne die Anwesenheit von Soldaten in Kriegsländern (seit 2000 weltweit über 30) sehe die Bilanz noch viel schlimmer aus. Extreme militärische und religiöse Randgruppen könnten durch die Bundeswehr und andere verbündete Nationen zurückgedrängt und abgeschreckt werden.

Die Schüler und Schülerinnen hatten im Anschluss des Erfahrungsberichtes viele Fragen, auf die Herr Brühl offen und ehrlich antwortete.  Die bereits im Religionsunterricht heftig geführte Diskussion, warum einerseits deutsche Soldaten in Kriegsgebieten für den Frieden kämpften und andererseits deutsche Firmen Waffen zur Kriegserhaltung in die gleichen Länder lieferten, wurde mit Hilfe von Herrn Brühl weiter geführt und durch neue Aspekte innerhalb der Problematik ergänzt. Diese ethische Frage habe viele Facetten und sei eine Gradwanderung zwischen vielen Kompromissen. Keine Waffen hieße auch keine Ausrüstung zur Abwehr und Abschreckung, Verlust von Arbeitsplätzen, keine Entwicklung oder Einsatz von neuen Technologien und ähnliches. Viele Industriezweige profitierten von der Rüstungsindustrie. Wäre Deutschland nicht dabei, würden andere Großmächte das "Steuer" übernehmen.  Besser wäre es, wenn es keine Kriege auf der Welt gäbe, dann müssten auch keine Waffen zum Einsatz kommen.

Bei einigen Jugendlichen hatte Herr Brühl das Interesse geweckt, nach dem Schulabschluss vielleicht selbst eine Ausbildung bei der Bundeswehr zu absolvieren.

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