Als sei es eben erst von fleißigen Römertruppen fertiggestellt worden, strahlen die weißen Mauern des Limeskastells in Pohl über die grüne Landschaft. Dass der äußere Schein trügt, weil die Steinmauern in Wirklichkeit nämlich aus Holz bestehen, das lernten die Schüler schnell bei ihrem dreistündigen Besuch der nachgebauten Anlage.

Aber die Römer wollten die Einwohner der Region beeindrucken und sichtbar ihre Macht, ihr Können und ihre Überlegenheit demonstrieren. Offenbar mit Erfolg. Denn bei den sachkundigen Ausführungen der Referenten fiel auch der Begriff „Friedenswall“, da die Limesanlage für rund 150 Jahre blutige Grenzstreitigkeiten verhindert hat.

Und die Westerwälder? Sie staunten sicher nicht schlecht über Toiletten mit Wasserspülung, über Badeanstalten, Städte- und Häuserbau aus Stein und, natürlich, über die ungeheure Schlagkraft einer Berufsarmee, die aus Elitesoldaten mit Hightech-Waffensystemen bestand und denen scheinbar kein Feind gewachsen war.

Deshalb gehörte zum abwechslungsreichen Programm der Betreiber in Pohl auch ein Schnellkurs im Bogenschießen und, vor allem, die Einkleidung eines Schülers als Soldat. Nach einem Rundgang durch die detailgetreu rekonstruierte Anlage mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten zum Alltagsleben der Bewohner ging es am Mittag aber wieder zurück zur Schule.

Der Besuch des Limeskastells markierte auf unterhaltsame Weise einen wichtigen Aspekt moderner Unterrichtsgestaltung. Denn selten ist es möglich, den Römern so dicht auf die Pelle zu rücken.

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