Elternabend zu Gewalt und Mobbing an der Anne-Frank-Realschule plus

Jörg Schmitt-Kilian vom Zentrum Polizeiliche Prävention ist an der Anne-Frank-Realschule plus kein unbekanntes Gesicht. Während er bei seinem letzten Vortrag an der Schule die „Suchtprävention“ thematisierte, so war es diesmal die Problematik „Gewalt und Mobbing“ (zunehmend in sozialen Netzwerken).

Auf der Basis seiner Arbeit mit Jugendlichen beschrieb er an mehreren eindrucksvollen Beispielen, wo viele Jugendliche heute im Netz unterwegs sind und dass Eltern und Lehrer über viele ihrer Aktivitäten nichts wissen (können). Problematisch wird es, wenn Jugendliche Opfer von Gewaltdelikten oder von Mobbing werden und sich Erwachsenen nicht anvertrauen. Dabei können die Gründe dafür sehr verschieden sein: nicht so sehr die Angst vor Bestrafung oder Beschuldigungen, sondern vielmehr Angst davor, die Eltern zu enttäuschen, spielen dabei eine Rolle.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erläuterte der Referent seine methodischen Schritte, mit denen er sich in seinen Projekten an die Gefühlswelten der Schülerinnen und Schüler herantastet und präsentierte anonymisiert Ergebnisse seiner Begegnungen mit ihnen. Dabei werden Fragen erörtert wie: „Warum hilft niemand dem Opfer?“, „Wann ist Schluss mit lustig?“, „Warum mobbt der Mobber?“ Es geht unter anderem darum herauszustellen, dass jeder Mensch irgendwelche Schwachpunkte hat, dass jeder ernst genommen werden möchte und dass man gemeinsam stark ist.

Immer wieder betonte er, wie wichtig es sei, Jugendlichen dabei zu helfen, eigene Stärken auszubauen, sie zu befähigen, gegebenenfalls „Nein“ zu sagen und so auch andere dazu zu ermutigen, gegen den Gruppenzwang zu agieren. Jugendliche ernst nehmen („Was kann ich für dich tun?“), Vertrauen aufbauen, Gesprächsbereitschaft von allen Seiten - das sind Möglichkeiten, den Problemen entgegenzuwirken.

Nach dem Vortrag bestand die Möglichkeit zur Diskussion. Sowohl Schmitt-Kilian, als auch Ralph Zöller, Jugendsachbearbeiter der Polizei Montabaur, gaben auf die Fragen besorgter Eltern konkrete Hinweise zum Umgang mit Gewalt und Mobbing. So wurde  verwiesen auf den Opferschutzbeauftragten bei der Polizei, auf verschiedene Internetseiten, insbesondere auf  www.klicksafe.de von der Landesanstalt für Medien. Dies ist eine Adresse für mehr Sicherheit im Internet durch Medienkompetenz.

Gegen Ende der Veranstaltung betonte Schulleiter Ernst Carstensen, wie wichtig es sei, als Eltern mit den Jugendlichen im Gespräch zu bleiben und Zeit für sie zu haben. Ziel muss es sein, ohne Schuldzuweisungen, auf neutraler, objektiver Ebene Lösungen für ihre Probleme zu finden. Hier können zunächst die Angebote der Schule genutzt werden: Kontakt zur Sozialarbeiterin Frau Hübinger, AG Streitschlichtung, Klassenprojekte (Lernen durch Abenteuer, Klassenrat und andere Maßnahmen zur Prävention von Gewalt und Mobbing). Organisationen wie Caritas, Jugendamt, schulpsychologischer Dienst bieten Hilfe von außen an. In bestimmten Fällen kann ein „runder Tisch“, bestehend aus Schülern, Eltern, Vertretern des Jugendamtes und der Schulleitung dazu führen, eine Gesprächssituation herzustellen, durch die es möglich wird, gemeinsam Lösungen zu finden.

E. Carstensen bedankte sich bei Schmitt-Kilian und Zöller. Er betonte noch einmal, dass es absolut wichtig sei, Probleme unmittelbar zu klären und dass seine Tür dazu immer offen stehe.

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