Medienkompetenz

An der Anne-Frank-Realschule plus in Montabaur wurden im Rahmen einer Initiative des Landes Rheinland-Pfalz sechzehn Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 zu Medienscouts ausgebildet.

Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihrer Zeit im Netz und kommunizieren dort auf vielfältige Art. Ziel der Schulung war es, den Schülerinnen und Schülern Richtlinien für einen verantwortungsvollen und sozial verträglichen Umgang mit dem Internet zu vermitteln.

Prävention durch Wissen! - Nur wer sich auskennt, kann versteckten Gefahren dieses Mediums kompetent begegnen. Aus diesem Grund ging es auch um Themen wie Cybermobbing, Extremismus, Gewalt, Pornographie und Pädokriminalität.

Die Schüler beschäftigten sich außerdem mit den verschiedenen Personensuchmaschinen, mit sozialen Netzwerken wie Facebook und stellten selbstständig Chatregeln auf.

Die zentrale Aufgabe der Medienscouts besteht darin, ihr Wissen an alle Schülerinnen und Schüler der AFRS+ weiterzugeben und diese, je nach Bedarf, auf Augenhöhe zu beraten. Hierzu sind verschiedene Informationsveranstaltungen und eine wöchentlich stattfindende Sprechstunde geplant.

Die neuen Medienscouts freuen sich schon jetzt auf den zweiten Teil ihrer Ausbildung, der auf dem Safer Internet Day (SID) in Mainz stattfinden wird.

Elternabend zu Gewalt und Mobbing an der Anne-Frank-Realschule plus

Jörg Schmitt-Kilian vom Zentrum Polizeiliche Prävention ist an der Anne-Frank-Realschule plus kein unbekanntes Gesicht. Während er bei seinem letzten Vortrag an der Schule die „Suchtprävention“ thematisierte, so war es diesmal die Problematik „Gewalt und Mobbing“ (zunehmend in sozialen Netzwerken).

Auf der Basis seiner Arbeit mit Jugendlichen beschrieb er an mehreren eindrucksvollen Beispielen, wo viele Jugendliche heute im Netz unterwegs sind und dass Eltern und Lehrer über viele ihrer Aktivitäten nichts wissen (können). Problematisch wird es, wenn Jugendliche Opfer von Gewaltdelikten oder von Mobbing werden und sich Erwachsenen nicht anvertrauen. Dabei können die Gründe dafür sehr verschieden sein: nicht so sehr die Angst vor Bestrafung oder Beschuldigungen, sondern vielmehr Angst davor, die Eltern zu enttäuschen, spielen dabei eine Rolle.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erläuterte der Referent seine methodischen Schritte, mit denen er sich in seinen Projekten an die Gefühlswelten der Schülerinnen und Schüler herantastet und präsentierte anonymisiert Ergebnisse seiner Begegnungen mit ihnen. Dabei werden Fragen erörtert wie: „Warum hilft niemand dem Opfer?“, „Wann ist Schluss mit lustig?“, „Warum mobbt der Mobber?“ Es geht unter anderem darum herauszustellen, dass jeder Mensch irgendwelche Schwachpunkte hat, dass jeder ernst genommen werden möchte und dass man gemeinsam stark ist.

Immer wieder betonte er, wie wichtig es sei, Jugendlichen dabei zu helfen, eigene Stärken auszubauen, sie zu befähigen, gegebenenfalls „Nein“ zu sagen und so auch andere dazu zu ermutigen, gegen den Gruppenzwang zu agieren. Jugendliche ernst nehmen („Was kann ich für dich tun?“), Vertrauen aufbauen, Gesprächsbereitschaft von allen Seiten - das sind Möglichkeiten, den Problemen entgegenzuwirken.

Nach dem Vortrag bestand die Möglichkeit zur Diskussion. Sowohl Schmitt-Kilian, als auch Ralph Zöller, Jugendsachbearbeiter der Polizei Montabaur, gaben auf die Fragen besorgter Eltern konkrete Hinweise zum Umgang mit Gewalt und Mobbing. So wurde  verwiesen auf den Opferschutzbeauftragten bei der Polizei, auf verschiedene Internetseiten, insbesondere auf  www.klicksafe.de von der Landesanstalt für Medien. Dies ist eine Adresse für mehr Sicherheit im Internet durch Medienkompetenz.

Gegen Ende der Veranstaltung betonte Schulleiter Ernst Carstensen, wie wichtig es sei, als Eltern mit den Jugendlichen im Gespräch zu bleiben und Zeit für sie zu haben. Ziel muss es sein, ohne Schuldzuweisungen, auf neutraler, objektiver Ebene Lösungen für ihre Probleme zu finden. Hier können zunächst die Angebote der Schule genutzt werden: Kontakt zur Sozialarbeiterin Frau Hübinger, AG Streitschlichtung, Klassenprojekte (Lernen durch Abenteuer, Klassenrat und andere Maßnahmen zur Prävention von Gewalt und Mobbing). Organisationen wie Caritas, Jugendamt, schulpsychologischer Dienst bieten Hilfe von außen an. In bestimmten Fällen kann ein „runder Tisch“, bestehend aus Schülern, Eltern, Vertretern des Jugendamtes und der Schulleitung dazu führen, eine Gesprächssituation herzustellen, durch die es möglich wird, gemeinsam Lösungen zu finden.

E. Carstensen bedankte sich bei Schmitt-Kilian und Zöller. Er betonte noch einmal, dass es absolut wichtig sei, Probleme unmittelbar zu klären und dass seine Tür dazu immer offen stehe.

Dienstag, 19. Februar 2013, 19.00 Uhr Aula der Anne-Frank-Realschule plus Montabaur

Herzlich eingeladen sind alle Eltern der Schülerinnen uns Schüler der Klassenstufen 5 bis 9. Die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an diesem Abend ist nicht möglich. Eine Anmeldung über die jeweiligen Klassenleitungen ist erforderlich.

Jörg Schmitt-Kilian vom Zentrum Polizeiliche Prävention in Koblenz wird täglich mit verzweifelten Eltern und der Hilflosigkeit des sozialen Umfeldes konfrontiert, wenn bei Jugendlichen Drogenkontakte vermutet, Gewaltdelikte bekannt werden oder junge Menschen Mobbing-Opfer (zunehmend in sozialen Netzwerken) werden. Warum reden sie nicht mit erwachsenen Bezugspersonen? Welche Reaktionen befürchten sie? Wie könnten wir ihnen helfen?

Der Referent beschreibt seine methodische Schritte, mit denen er sich an die Gefühlswelten der Schülerinnen und Schülern herantastet und präsentiert die „Ergebnisse“. Bezugspersonen erfahren mehr über Wünsche der Jugendlichen an ihre Eltern, Lehrer und alle Erzieher und erkennen Möglichkeiten, wie man Konflikte früher erkennen und reagieren kann.

Die Jugendlichen thematisieren meist folgende Fragen:

Wie kann ich andere fertig machen?

Wo ist mein Schwachpunkt?

Was posten Mitschüler in facebook und anderen sozialen Netzwerken?

Wie fühlt sich das Opfer?

Warum hilft niemand dem Opfer?

Warum zeigt das Opfer nicht, wie sehr es sich verletzt fühlt?

Warum mobbt der Mobber?

Was können wir gemeinsam tun, um einem „Opfer“ zu helfen?

Kann ich mich Lehrern / Eltern anvertrauen?

Wie würden sie reagieren?

Wie könnten sie mir wirklich helfen?

Der Referent bietet Eltern, Lehrerinnen und Lehrern und allen interessierten Personen einen Blick hinter die Kulissen jugendlicher Gefühlswelten, beschreibt deren Fantasien / Wünsche / Ideen und präsentiert anonymisiert die Ergebnisse seiner aktuellen Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern, die zum Nachdenken anregen. Er vermittelt praxiserprobte Handlungsorientierungen, wie wir mit jungen Menschen eine vielfach vorhandene Sprachlosigkeit überwinden und in Elternhaus und Schule in einer vertrauensvollen Atmosphäre miteinander reden können.

„Schöne Neue Welt“ oder Gefahr aus dem Netz?

Informationsveranstaltung zum Thema Medienkompetenz an der Anne – Frank -  Realschule plus in Montabaur

Angesichts der zunehmenden Nutzung von Web2.0-Angeboten, vorrangig sind die sogenannten „SocialCommunities“ gemeint, und der damit verbundenen Probleme vor allem von jugendlichen Surfern, nutzten zahlreiche Eltern und Schüler die Gelegenheit, sich bei einer Informationsveranstaltung in der Anne-Frank-Realschule plus auf den neuesten Stand zu bringen. Die Schulen sollten die Bedeutung der Internet-Aktivitäten in ihrer Erziehungsarbeit sehr ernst nehmen, lautet das Credo des Landesdatenschutzbeauftragten Rheinland-Pfalz. Mit Stefan Friemel konnten die Veranstalter einen sachkundigen Referenten gewinnen, der auf diese Forderung hin kompetent Rede und Antwort stand und das Thema Datenverantwortung und Datenschutz in den Vordergrund seines Vortrags stellte.

„In nahezu 100 Prozent der Haushalte mit Jugendlichen steht ein Internetzugang zur Verfügung“, führte er aus, „wobei die Hälfte der jungen Leute einen eigenen PC bedienen“. Wenn dann eine durchschnittliche Dauer von 134 Minuten pro Tag allein an Internetnutzung angenommen werden kann, muss man nach den Gründen und natürlich auch nach den Folgen fragen. „Wer bin ich eigentlich – und wie viele?“, so laute, etwas provokant formuliert, die aktuelle Frage vieler jugendlicher Nutzer, die im Netz auf der Suche nach Beziehungen und nach Identität seien. Viele führten zu Hause im SocialWeb ihr soziales Leben weiter, suchten sogenannte „Freunde“.

In einer eigenen vernetzten Welt tritt man Gruppen bei, erhält Einladungen, Erinnerungen an Termine und Treffen: Man gehört dazu. Oder eben auch nicht. Das alte „Mein Freundebuch“ hat ausgedient. Man kann jetzt zwar stolz auf die Sammlung von Gleichgesinnten sein, diese Sammlung kann leicht mehrere Hundert Kontakte umfassen, doch um die jetzt geschlossenen Bekanntschaften muss man sich zeitaufwendig kümmern, sonst ist man außen vor. Das ließ  Friemel die Frage stellen, ob zu Hause immer genügend Zeit sei für das persönliche Gespräch; denn überbordende Internet-Kontakte könnten durchaus eine Antwort sein auf zu geringe Anteilnahme am Leben junger Menschen.

In diesem Zusammenhang müssten sich die Eltern auch darüber klar werden, wie viel Verantwortung sie Ihrem Kind übertragen sollen, zumal die Gefahren allzu blauäugiger und gutgläubiger Nutzung der Web-Angebote durchaus bedrohliche Ausmaße annehmen könnten. Neben den Verführungsstrategien pornografischer Anbieter sowie des politischen und religiösen Extremismus sind es vor allem die eigenen, persönlichen Daten, die anfällig sind für Missbrauch. „Google erzähle ich mehr als meinem besten Freund – oder auch dem Beichtvater“, führte Friemel aus und belegte die These mit handfesten Fakten. Und: Man wisse nie, wer die eigenen Daten sieht, liest und nutzt.

Die vom Land Rheinland-Pfalz unterstützte Veranstaltung wurde im Rahmen des Schulprogrammes „Medienkompetenz macht Schule“ durchgeführt und soll die hier zu leistende Arbeit im Unterricht unterstützen. Und das Thema brennt offenbar vielen unter den Nägeln: Wegen des großen Interesses der Zuhörer stand der Referent auch nach der Fragerunde im Plenum in vielen Einzelgesprächen interessierten Eltern und Schülern Rede und Antwort.

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