Schulpastoral

"Stolperstein" zu Sankt Martin


Der Martinstag am 11. November ist in jedem Jahr der Namenstag des Heiligen Martin, der seinen Mantel mit dem Schwert durchtrennt und mit einem Bettler geteilt hat.


Viele althergebrachte Bräuche sind bis heute bei uns präsent:

  • Am 11. November endete im Mittelalter das bäuerliche Arbeitsjahr. Somit wurden die Ernteerträge verkauft und neues Saatgut und neues Vieh erworben. Die nachfolgenden Schlachtfeste finden sich bei uns im Martinsgansessen und den Martinsbrezeln wieder.

  • Die sehr beliebten Martinsumzüge mit Laternen, großem Martinsfeuer und dem auf einem Pferd reitenden Sankt Martin verbreiteten sich im späten neunzehnten Jahrhundert vom Rheinland aus. Meist wird dabei auch die Martinslegende vom Teilen des Mantels nachgestellt. Für Kinder ist das Erlebnis des lodernden Martinsfeuers und der leuchtenden Laternen immer wieder neu etwas ganz Besonderes.

  • An diesem Tag beginnt außerdem die 40tägige Vorweihnachtliche Fastenzeit, an die der heutige Karnevalsbeginn jedoch nur noch sehr schwach erinnert.

Der Heilige Martin von Tours wurde Anfang des vierten Jahrhundert in Ungarn geboren. Während seiner Zeit als römischer Legionär nahm er den christlichen Glauben an, wurde später Mönch und im Jahre 372 n. Chr. Bischof von Tours. Er verstarb 397 in Candes bei Tours in Frankreich.

Die folgende Legende macht ihn so berühmt:

Es war in einer sehr kalten Nacht. Überall lag hoher Schnee und Eiszapfen hingen von den Bäumen. Der römische Soldat Martin ritt auf seinem Pferde an einem vor Kälte zitternden Bettler heran. Der arme Mann saß im Schnee und hatte keine warme Kleidung. Der Bettler sah zu Martin auf und flehte um Hilfe. Voll von Mitleid teilte Martin mit seinem Schwert seinen wärmenden Umhang. Die eine Hälfte überließ Martin dem armen frierenden Mann und rettete ihn damit vor dem Tod. Als der Bettler sich bedanken wollte, ritt Martin mit seinem Teil des Umhangs davon.

Uns ging es bei dieser Aktion nicht um die bereits genannten Traditionen, an der die meisten der Schülerinnen und Schüler in ihren Gemeinden teilnehmen, sondern um die in unseren Augen besondere Handlung des Teilens.

Mit einer Vielzahl von Plakaten haben wir zum Teilen ermutigt und ermuntert. Natürlich sollte hierbei kein Kleidungsstück zerteilt werden. Es ging uns vielmehr um das Teilen zwischenmenschlicher Bedürfnisse, die im Folgenden aufgelistet sind:

-         ein Lächeln

-         das Pausenbrot

-         ein nettes Wort

-         Glück

-         Sorgen

-         ein Geheimnis

-         Erinnerungen

-         Zeit

-         Traurigkeit

-         eine Umarmung

-         Erfolg

-         Freude

"Stolperstein" zu Allerheiligen

Der November ist der Monat der Trauer- und Gedenktage: Allerheiligen, Allerseelen, der Totensonntag und auch der Volkstrauertag wollen uns immer wieder an verstorbene Menschen erinnern. Über den Tod redet man nicht gerne, zumal dann nicht, wenn er - wie für nahezu alle Schülerinnen und Schüler - ganz weit weg ist. Aber fast jeder hat schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht, sei es auch "nur", wenn ein geliebtes Haustier gestorben ist.

Auch Christen erinnern sich an ihre verstorbenen Verwandten und Freunde, ganz besonders an den beiden Tagen Allerheiligen und Allerseelen. Mit Friedhofsbesuchen und Gedenkgottesdiensten versucht man den Verstorbenen ganz nahe zu sein.

Grund genug für uns, auch einmal über den Tod nachzudenken. In Todesanzeigen schreiben die Hinterbliebenen, was sie am Verstorbenen geschätzt haben. Provokativ haben wir gefragt: "Was würde man über Dich schreiben?" Und da würden vielen Menschen ganz sicher viele nette Dinge einfallen, die sie über "uns" schreiben würden. Vielleicht sollte man den Gedenktag "Allerheiligen" auch einmal dazu nutzen, um den Lebenden zu sagen, was sie einem bedeuten. Ganz sicher kämen da viele liebe Worte zusammen, mit denen man nicht bis zur "Todesanzeige" warten sollte.

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