Drogenprobleme offen angesprochen

Jörg Schmitt-Kilian referierte über Suchtprävention  

Es war nicht das erste Mal, dass der Drogenfahnder, Buchautor und international renommierte Projektleiter in Sachen Drogen- und Gewaltprävention Jörg Schmitt-Kilian in der Anne-Frank-Realschule in Montabaur Einblicke in seine Arbeit gewährte. In einer Abendveranstaltung referierte er diesmal vor zahlreichen Zuhörern über sein neues Projekt „Weißt du eigentlich, was ich fühle?“, in dem die Ohnmacht und Angst verzweifelter Eltern beim Thema illegale Drogen genauso im Zentrum steht wie auch die Lebens- und Gefühlswelt der Jugendlichen. Hierbei sucht Schmitt-Kilian nach Chancen, die gängigen Verhaltensmuster wie Sprachlosigkeit, Verschweigen und Verdrängen aufzuzeigen und zu überwinden.

 

Wie bedrohlich die Situation für Jugendliche heute ist, konnte er an vielen selbst erlebten Beispielen eindrucksvoll schildern. So machte er klar, dass die Drogenproblematik allgegenwärtig und weder auf Großstädte noch auf bestimmte soziale Schichten zu begrenzen ist. Bei einem weltweiten Umsatz von jährlichen rund 800 Milliarden Euro und bei kartellartig durchorganisierten Strukturen habe man es hier mit einem bedrohlichen Gegner zu tun, der nachweislich effektiv an der Ausweitung seiner Drogenproduktion arbeite. 

„Die Gesellschaft wird nie drogenfrei sein. Aber unser Ziel muss es sein, den Zeitpunkt des Erstkontaktes nach hinten zu ziehen.“  Damit zielte der Referent auf das naheliegende Problem von Eltern, die oft überfordert sind, wenn sie z. B. von einem ersten „Probieren“ ihres Kindes erfahren. „Auch Eltern müssen für diesen Fall stark gemacht werden“, so Schmitt-Kilian. Viel Geduld und Einfühlungsvermögen seien nötig, wenn sie mit ihrem Kind den richtigen Mittelweg zwischen Überreaktion und Verschweigen beschreiten wollen. 

Gesprächsbereitschaft auf Seiten der Eltern, Zeit haben für die Jugendlichen und Wegkommen von dem Denken „Was habe ich nur falsch gemacht?“, das seien neben Offenheit auch nach außen und das Aufsuchen professioneller Hilfe bei den Beratungsstellen wichtige Schritte. Darüber hinaus müsse man aber auch in der Schule Brücken bauen um eine vertrauenswürdige Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern zu ermöglichen. Auf Fragen von besorgten Erwachsenen nach der richtigen Schule für ihre Kinder antwortete er stets, diejenige Schule sei die richtige, in der offen über die Drogenproblematik gesprochen und wo nichts unter den Teppich gekehrt wird.

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